Fuchs Bagger als Funktionsmodell



Modell

Zu einem Funktionsmodell umgebaut werden soll der Märklin Bagger Art.-Nr. 18200. Es war der erste einer Reihe von Baggern, der herausgebracht wurde. Die Nachfolgemodelle waren Farbvarianten oder geringfügig geänderte Modell mit z.B. erhöhtem Führerhaus.

Vorbild zu diesem Bagger ist der Fuchs Universalbagger 301, der ab 1957 über 20 Jahre hinweg in mehr als 15.000 Stück produziert wurde. Er passt also hervorragend zur Epoche III.

 

Funktionsmodell Bagger

Wünschenswert wäre den Fuchs Bagger in all seinen Funktionen zu animieren:

  1. Drehen
  2. Heben / Senken Kranhaken
  3. Heben / Senken Ausleger
  4. Fahren vorwärts / rückwärts
  5. Lenken links / rechts
  6. Lichtfunktionen

Hier könnt Ihr sehen, was mit viel Aufwand als RC-Modell realisiert worden ist!

Für mich waren die Punkte 1 und 2 wichtig und ausreichend - fahren will ich schliesslich mit der Modellbahn und nicht mit dem Bagger. Ausserdem sollten sich die Kosten in Grenzen halten und möglichst viele Standardteile aus dem Baumarkt und der Elektrotechnik verwendet werden. Als gesondert zu beschaffende Teile blieben die Zahnräder und die Isolierbuchsen zur Stromdurchführung übrig. Größte Vereinfachung und auch Kosten reduzierend war die Wahl der Digitalmotoren von Uhlenbrock.

 

Konstruktive Lösung

Hauptproblem war zunächst die stromführende Versorgung der Einbauten im Oberteil des Baggers, wobei ein uneingeschränktes Drehen um n x 360 Grad möglich sein sollte. Die Lösung veranschaulicht die folgende Kontruktionszeichnung:

Messinghülse (blau) und Zahnrad sind verlötet, dieStellschraube des unteren Stellrings stützt sich gegen das Baggerunterteil ab. In der Messinghülse ist ein Stab (rot) geführt, der durch zwei Isolierbuchsen - die musste allerdings ein Freund drehen - den anderen Pol der Stromversorgung ins Baggeroberteil leitet. Das Oberteil wird durch eine Schnecke am Zahnrad weggedreht.

 

Auf dem Digitalmotor kann man einfach ein Zahnrad befestigen, aber nicht die ca 1cm lange Schnecke. Zur Umsetzung musste ein einfaches Schneckengetrieb gebaut werden. Alle Zahnräder sind Modul 0,4 und bestehen aus Messing:

Hier der Einbau in das Baggeroberteil:

Zu sehen ist auch die Stromabnahme vom Messingstift durch eine einfache Kontaktfeder aus dünnem Messingblech.

 

Die Messinghülse ist einer der Stromleiter und wird über eine handelsübliche 4mm Lötöse versorgt, wie sie für den Anschluss von Bananensteckerbuchsen gebräuchlich ist. Analog dazu folgt im Baggeroberteil die Stromentnahme von der Messinghülse, die dort zwischen Zahnrad und Gehäuseteil liegt. Somit ist eigentlich das komplette Gehäuse an einem Pol der digitalen Stromversorgung gelegen (sollte man für alle Fälle wissen):

 

Die Stromversorgung im Unterwagen ist gleichartig gelöst:

Die Kabeldurchführung durch die Achsträgerplatte - das einzige Teil des Baggers, das nicht verschraubt ist: also mussten die 4 Nietköpfe abgebohrt werden - musste entsprechend freigeflext werden, damit keine Kurzschlussgefahr besteht.

 

Die Versorgung mit Digitalstrom aus der Anlage erfolgt mit einer unscheinbaren Stiftkontakt-Verbindung, die später in die Ladestrasse eingelassen wird. Es könnten so an verschiedenen Stellen Anschlüsse versteckt werden, die alle parallel geschaltet sind:

 

Der Unterwagen wurde mit UHU-Plus eingeklebt, da die Nietung weggebohrt war. Im Fehlerfall lässt sich das Oberteil aber auch so noch abnehmen - einfach Stellring lösen.

 

Nach dem Test des Drehens vom Oberteil, was auch gleichzeitig Test der Stromdurchführung war, wurden Ausleger und Seilzugmotor eingebaut. Zur Befestigung dienst ein entsprechend ausgeschnittener Kunsstoffwinkel 15x15mm, wieder Baumarktware.

Zur Befestigung auf Zug reichte die Mitbenutzung einer Schraube der Schwenkmotormontage.

Der Träger vom Ausleger wurde von überflüssigen Kabeltrommelnachbildungen befreit und für das Drehzahnrad unten freigeflext.

 

Die Miniflex musste auch beim Oberteil angesetzt werden; ihr fielen einer der vier Befestigungsstege und der Niederhalter der Kabeltrommel zum Opfer. Also darf man beim Umbau keine Scheu vor Felxarbeiten haben; sie sind alle nur im Modellinnern!


 

Zum Schluss wurde noch ein "Baggerfahrer" (Siku Traktorfahrer) in das Führerhaus gesetzt. Ihm mussten die Unterschenkel amputiert werden, um Platz nehmen zu können. Bei der Modifikation ist aufgefallen, wie liebevoll das Modell im Detail nachgebaut worden ist.

Auch beim Führerehaus mussten unten auf der Zahnradseite noch etwas Wand weggenommen werden, um freie Bewegung für das Zahnrad zu erhalten.

 

Anschliessend wurde alles im zusammengebauten Zustand getestet. Das Ergbenis ist in einem kleinen Video festgehalten. Gesteuert werden die Digitalmotoren wie Magnetartikel über Tasten, s.a. Uhlenbrock Handbuch zu Digitalmotor 81210:


Zukünftig soll die Fernsteuerung durch einen Joystick im Gleisbildstellwerk des Güterbahnhofs erfolgen. Wenn's realisiert ist werde ich hier darüber berichten.

 

Es sind ein paar Teile übrig geblieben, die man aber in der Gesamtschau am Modell nicht vermissen wird:

Im Download-Bereich findet Ihr demnächst alle Dateien für den Nachbau mit den original CAD-Files, damit Ihr ggfs Anpassungen und Änderungen vornehmen könnt. 

Aufbau und Funktion könnt Ihr Euch auch in meiner Video-Gallery ansehen.  

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