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Umbau Handweiche auf Servoantrieb

Mittlerweile teile ich das "Schicksal" fast aller Modellbahner:
- zu viele Züge
- zu wenig Gleise
Man kann zur Abhilfe alle Blöcke (bis auf einen - sonst geht nichts mehr) und die Bahnhofsgleise vollstellen, aber dann sieht es auf wie auf vielen Anlagen:
Vollkommen unnatürliche Überfüllung mit rollendem Material!
Abhilfe schaffen hier verdeckte Schattenbahnhöfe und Abstellbereiche. Das habe ich zu Beginn der Anlagenplanung auch berücksichtigt soweit es die Platzverhältnisse erlaubten, aber die Anzahl von Loks und Waggons wächst weiter, die Anlage aber nicht.
Es gab allerdings noch eine Möglichkeit, den Abstellbereich zu erweitern. Ein viertes Gleis konnte gerade noch unter die Dachschräge gelegt werden, wenn auch wegen des Lichtraumprofils nur eingeschränkt nutzbar. Aber für den Schienenbus und die V36 mit entsprechend flachen Waggons reicht das.
Also wurde der Abstellbereich von 3 Gleise . . .
. . . auf 4 Gleise erweitert:

Das Gleismaterial inkl. einer Handweiche rechts wurde über Ebay beschafft. Problem war, das in diesem Anlagenbereich alle Dekoderanschlüsse schon belegt waren. Extra neue Dekoder für die Besetztmeldung eines Gleises und das Stellen einer Weiche zu kaufen war mir dann doch zu teuer.
Bisher hatte jedes Abstellgleis zwei Besetztmelder:
- Bremsabschnitt und
- Halteabschnitt
Das ist im Abstellbereich nicht zwingend erforderlich - für den Traincontroller reicht auch ein Besetztmelder je Gleis. Also wurde der Besetztmelder vom Halteabschnitt Gleis 1 nun der Besetztmelder für das neue Gleis 4.
Blieb noch das Thema Weichenantrieb zu lösen. Ein Motorantrieb mit angestecktem Dekoder (Märklin 59079 + 59080) wäre eine simple Lösung, kostet aber ca 90 Euro. Da die Entkupper im Abstellbereich praktisch nie gebraucht wurden (schlecht einzusehen) könnte ein Entkuppler-Servo die Betätigung der Weiche übernehmen.

Dazu musste der original Handhebel zur Betätigung durch eine Hubstange umgebaut werden.
Umbau Weichenhebel für Servobetrieb
Der Stellhebel für die Umstellung einer Weiche von Hand ist eine einfache, aber geniale Konstruktion:

Er lässt sich leicht zerlegen: einfach mit einem Cuttermesser den Hebelbock von der Grundplatte heraushebeln - ist nur gesteckt, nicht geklebt! Danach hat man die Einzelteile vor sich:

Der Handhebel mit Gewichtnachbildung und der Mitnehmer für den Stellanschluss werden durch ein 3D-Druckteil ersetzt, an dem auch der Stellhebel zum Einklinken des Stelldrahts vom Servo angebracht wird. Dieses Teil sieht im Entwurf dann so aus . . .

. . . und so als gedrucktes Teil:

Ich habe das Gewicht noch zur Häfte weiß gefärbt und mit einem Stift als Handgriff versehen.
An der Bodenplatte muss der Arretierstift entfernt werden. In dieser einfachen Lösung gibt es keinen Exzenter mehr, der den Stellschieber über den Stift hebt:

Der neue Stellhebel wird mit einer M2-Schraube oder wie in meinem Fall mit einer kleinen Schraube, wie sie für Montagen an Kunststoffgehäusen verwendet wird (Grabbelkiste), befetigt.
Damit ist die Weiche zum Einbau fertig: Stellung gerade und

Stellung Abzweig:

Einbau
Der Einbau ist einfach:
- Weiche ausrichten
- Hebel in Stellung Abzweig
- rechts neben der Hebelöse Loch für 2mm Messingröhrchen bohren
- Stahldraht 0,5mm einfädeln
- Servoantrieb von unten ausrichten, verschrauben und Stelldraht in Stellung Abzweig festklemmen
Dekoderanschluss
Der Servoantrieb verblieb als dritter Servon an dem ESU Switch Pilot Servo, jetzt als W63 (Weiche 63) anstatt wie vorher E63 (Entkuppler 63). Im Traincontroller Gleisbildstellwerk wurden die neuen Gleise eingefügt (Editor-Modus) und die neue Weiche der Adresse 63 zugeordnet. Der Entkuppler 63 wurde im Gleisbild gelöscht..
Das neue Gleis 4 (AB4) wurde mit dem Blockeditor auf Besetztmelder-Adresse 76 (war vorher Halteabschnitt Gleis AB1) zugeordnet und diese Adresse im Blockeditor für Gleis 1 (AB1) gelöscht.

Traincontroller - Anpassung
Das Gleisbild im Traincontroller anzupassen ist im Editor-Modus einfach:
- vorhandene Gleise werden per Drag & Drop mit der Maus verschoben
- das neue Gleis 4 wird wir gewohnt hinzugefügt
- über das Gleis 4 wird dann der neue Block mit der alten Besetztmelder-Adresse 76 gelegt
- im Gleis 1 wird im Block Adresse 76 gelöscht
Zum Schluss noch ein Hinweis: Gleis "nur für VT98 oder V36" befahrbar

Ziel erreicht: ein weiteres Abstellgleis!
Die Bilddokumentation und die Files für den 3D-Druck findet ihr im Download-Bereich.
Hier der direkte Link Handweiche mit Servo
.... und hier ein kurzes Video zum Umbau und Test:
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Umbau Märklin Handweiche 5976 / 5977 auf Servoantrieb

Wegen der verschiedenen Inhaltsformate ist dies eine Archivdatei mit folgendem Inhalt:

Alle Dateien virenfrei.
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Zugzielanzeiger
oder auch
"Hampelmann"
Änderungen zur Optimierung der Bewegungen siehe hier

Historie
Mit zunehmenden Bahnverkehr im 19. Jahrhundert wuchs auch das Bedürfnis der Reisenden klar erkennen zu können, von welchem Bahnsteig ihr Zug abfahren sollte. Da noch keine elektrisch beleuchteten Anzeigetafeln möglich waren, entwickelte man rein mechanische Zugzielanzeiger. Dabei wurden Tafeln mit dem Zugziel in die Waagrechte hochgeklappt und über Stangen in dieser Position gesichert. Die Tafeln waren in einem Gestell untergbracht und ruhten normalerweise in einer senkrecht hängenden Position. Die Ausführungen waren offensichtlich nicht genormt, sodass es eine Vielfallt von Konstruktionen gab. Bis in die 1990er Jahre waren solche Anzeiger in Betrieb, z.B. im Bahnhof Herzberg. Durch ihre Eigenart, durch Ziehen an einer Stange die Anzeiger (Arme) zu heben, erhielten die Zugzielanzeiger im Volksmund den Namen "Hampelmann".
Modell
Ein derartiger Anzeiger kann eine schöne Bereicherung für einen Bahnsteig sein, sofern man das Anlagenthema bis maximal Epoche III gestaltet. Leider habe ich für Spur1 im Handel kein Modell gefunden. Das Thema ist offensichtlich nicht für Stückzahlen geeignet, selbst nicht für Kleinsereinhersteller. Es ist aber der Vorteil des Maßstabs 1:32, solche Modelle in Eigenbau zu erstellen - dann natürlich auch funktionfähig!
Funktionsmodell Zugzielanzeiger
Da es keine Dokumentation mit Maßangaben zum Original gibt (ich habe nach längerer Internet-Recherche zwar Bilder gefunden, aber kein Zeichnungen), mussten die Maße aus Bilddarstellungen in Realtion zu Personengrößen abgeleitet werden.

Die Masse orientieren sich an der Durchgangshöhe für Verkehrszeichen: Mindestdurchgangshöhe 2,40m; das entspricht im Modell bei 1:32 exakt 75mm. Diese Aufmasszeichnung gibt auch schon fast alle wesentlichen Abmessungen für den Bau aus Messing-Winkelprofilen 3x3mm wieder.
Hier die komplette Zeichnung inkl. der Messingröhrchen für die Zugstreben zu den Servoantrieben unterhalb der Anlage:

Die Zugzielflügel sind Teile aus dem 3D-Drucker (falls nicht verfügbar Flügel aus Messing oder Polystrol aussägen). 3D-Druck hat den Vorteil, auch Rahmen für das Schild und die Zugöse gleich mit abbilden zu können:

Ich habe mit SketchUp 2017 (Freeware) einen Flügel konstruiert und gespiegelt, um auf beiden Seiten einen Rahmen für das einzuklebende Schild zu haben.
Übrigens: macht Euch keine Sorgen über Kontruktionsdetails; es gibt im Downloadbereich alle Pläne in den Originalversionen zum Herunterladen und als Basis für Eure Modifikationen.
Die Schilder für die Flügel sind als zu druckende Fotos in CorelDraw erstellt, weil dort eine TrueType-Schrift namens "Bahnschrift" verfügbar ist. Geöffnet werden drw-Files auch mit LibreOffice (Freeware):

Im Download findet Ihr weitere Varianten.
Die Schilder wurden mit Paintbrush in einem Karton als "Spritzkabine" matt schwarz lackiert.

Aufbau Zugzielgerüst
Das Zugzielgerüst wird aus Messing-Winkelprofilen 3x3mm mittels Löten (Feinlötgerät sinnvoll) aufgebaut. Hier die wesentlichen Schritte. Die Technik ist auch beim Funktionsmodell Schranke detailliert beschrieben.
1. Schritt: Seitenrahmen
Zunächst werden die beiden Seitenrahmen erstellt. Eine Kupferplatte mit 3mm-Bohrung nimmt die Achse für die Zugzielflügel auf:

2. Schritt: Seitenrahmen justieren
Dann werden die Flügel - hier acht Stück - mit jeweils eine Unterlegscheibe dazwischen auf einer M3-Gewindestange aufgesteckt und mit den Seitenrahmen verschraubt; so erhält man den richtigen Abstand und die Länge der Gewindestange, in diesem Fall 35mm:

Die Flügel werden wieder entfernt. Mit Hilfe der Gewindestand werden die Rahmen parallel ausgerichtet und die Sockelprofile verlötet.
3.Schritt: Gestell vervollständigen
Nach dem Justieren und Verbinden der Seitenteile werden die restlichen Profile eingelötet. Die waagerechten L-Profile erhalten mit der Minifräse Schlitze zum Einlöten der Messingröhren für die Zugstangen. Auf dem engen Raum sind alle 8 Zugschilder nicht fernbedienbar, aber für jede Seite zwei Schilder können sicher realisiert werden.

4. Schritt: Röhren für Zugdrähte
Die Zugdrähte werden in 2mm-Messingrohr geführt. Die Länge unterhalb des Gestells richtet sich nach den Anlagengegebenheiten. Anschliessen wird das Gestell grundiert (Primer aus der Sprühdose) und matt dunkelgrau lackiert (Paintbrush):

Das Dach, bestehend aus zwei Polystrol-Platten 40x21mm und einem Stück L-Profil, wird erst nach dem Einbau in die Anlage aufgeklebt und eingefärbt. Dies erleichtert das Einhängen der Zugdrähte und die Justierung der Servos.
Servo-Rahmen
Die Zugschilder sollen fernbedienbar sein, am einfachsten mit Modellbau-Servos zu realisieren. Die Anordnung der Servos unter der Anlage erfolgt in einem Rahmen aus Kunststoffprofilen (Baumarkt-Ware), der sich natürlich nach der Größe der Servos richten muss. Ich habe Mini-Servos verwendet, aber die Auswahl ist unkritisch. Es sind keine nennenswerten Stellkräfte erforderlich.


Zugzielanzeiger auf dem Bahnsteig
Fertig eingebaut ist der Zugzielanzeiger ein bereicherndes Funktionsmodell auf dem Bahnsteig. Als Dekoder für die vier Servos dient ein ESU Switch-Pilot Servo. Die Stellbefehle kommen vom Gleisbildstellwerk, realisert mit Traincontroller. Adressbereich ist 229 bis 232, auch stellbar direkt mit der Intellibox - aber das muss sich natürlich nach Eurer Steuerungstechnik richten.
Hier zwei Zustände als Beispiel:


Im Download-Bereich findet Ihr alle Dateien für den Nachbau mit den original CAD-Files, damit Ihr ggfs Anpassungen und Änderungen vornehmen könnt.
Ich habe meinerseits den Zugzielflügel überarbeitet: die kleinen Stelldrahtösen an den Flügeln neigten zum Abbrechen. Die Stellarme sind jetzt verstärkt ausgeführt und nur noch so im aktuellen Download enthalten. Die alten Varianten habe ich entfernt.
Aufbau und Funktion könnt Ihr Euch auch in meiner Video-Gallery ansehen.
Im Rahmen von Videoaufnahmen war mir negativ aufgefallen, dass Bewegungen leichter Komponenten in Spur1-Größe zu Schwingungen neigen.
In diesem Fall hier werden die nicht aktiv bewegten Anzeigerflügel durch den bewegten etwas mit mitgenommen, was unschön aussieht.
An der Masse der Flügel kann man praktisch nichts ändern, also habe ich die nicht von den Servos bewegten Flügel ausgebaut. Man konnte sie ohnehin nicht lesen, da immer eingeklappt.
Das Gestell mit nur noch aktiven Flügeln sieht jetzt so aus:

Die fehlenden Flügel wurden durch Abstandshülsen ersetzt, bei mir aus dem 3D-Drucker. Es geht natürlich auch mit Scheiben oder aufgebohrten M3-Muttern.
Jetzt gibt es keine störenden "Nebenbewegungungen" mehr.
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Zugzielanzeiger für Spur 1

Funktionsmodell Zugzielanzeiger oder auch "Hampelmann" für die Bahnsteiganzeige.
Wegen der verschiedenen Inhaltsformate ist dies eine Archivdatei mit folgendem Inhalt, wobei die Dateien für die
Zugzielflügel überarbeitet
wurden (zu empfindlich gegen Bruch des Stellarms), jetzt nur noch 2 Flügeldateien, je eine für linke und rechte Hälfte des Flügels:

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Schranke für Spur1 im Eigenbau

Steuerung mit Loconet und Traincontroller
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